Visum für Mexiko

Ja, wer hätte es gedacht. Für ein Jahr Aufenthalt in Mexiko brauchten Leonie und ich doch tatsächlich ein Visum. Es war ein komplizierter, stressiger Prozess von dem ich hier gerne einmal berichten würde.

Wann braucht man ein Visum für Mexiko?

Möchte man sich als deutscher Staatsbürger mehr als 180 Tage in Mexiko aufhalten, genügt kein Touristenvisum und man muss persönlich beim zuständigen Konsulat sein Visum beantragen.

Grundsätzlich gilt:

Du brauchst ein Visum für Mexiko? Sei vorbereitet!

Leonie und ich wurden gemäß unseres Wohnortes auf die beiden einzigen Konsulate in Berlin und Frankfurt am Main aufgeteilt. Leonie war in Berlin, ich in Frankfurt. Der Termin muss online mit einem Formular über die Webseite des Konsulats erstellt werden.

Trotz langer Anreise scheiterte bei uns beiden nacheinander der erste Versuch und wir wurden ohne Visum wieder nach Hause geschickt.

Fazit: Nehmt wirklich alles an Dokumenten mit, was man irgendwie bekommen kann, besser zu viel als zu wenig und (da ist es bei uns beiden dran gescheitert) sorgt für eine sehr detaillierte Bescheinigung zur Zahlungsfähigkeit! Unseren Informationen nach wurden die Auflagen nach Corona deutlich verschärft und da wir der erste Jahrgang nach Corona waren, stießen wir auf bisher neue Probleme.

Mein Tipp: Besorgt alle Dokumente möglichst früh. Bei rechtzeitiger Einreichung per E-Mail kann das Konsulat so im Voraus diese auf Vollständigkeit und Richtigkeit prüfen und bei Bedarf eine Rückmeldung geben.

Mein zweiter Versuch am 7.7. 23 gelang dann schließlich und auch bei Leonie klappte es ein Woche bevor wir losflogen. Zu viel Zeit war da also nicht mehr.

Aber halt! Damit war das mit dem Visum noch nicht endgültig geklärt. Der Prozess ging in Mexiko weiter. Um diesen zu beenden hat man weitere 30 Tage Zeit in Mexiko. Das ist allerdings nicht sehr viel Zeit, wenn man drei Wochen auf einen Termin warten muss.

Und dann war er da: Der 21.8.23 – unser Termin beim Konsulat in Guadalajara.

Unsere Organisation jesuitvolunteers hat allen Freiwilligen im Gastland einen Mentor zugewiesen. Unser Mentor, Armando arbeitet schon seit vielen Jahren mit Freiwilligen zusammen und hat uns schon jetzt bei vielem geholfen. Zu Recht kann man wohl auch sagen, dass wir das Visum dank ihm haben.
Natürlich hatten wir unser bestes gegeben, uns auf den Termin vorzubereiten: wir besaßen alle im Internet angegebenen Dokumente in Original und Kopie. Zudem hatten wir das Visum auch vorab schon bezahlt.

Leonies Termin war vor meinem und trotz unserer Bemühungen fehlte doch noch ein Dokument. Noch während ihr Termin lief, sprang unser Mentor auf, rannte mit uns aus dem Gebäude in die Stadt und in sämtliche Läden. In einem speziellen Geschäft konnten wir dann tatsächlich das fehlende Dokument noch rechtzeitig ausgestellt bekommen. Doch kaum waren wir wieder beim Termin, gab es das nächste Problem: ein Knick in der Reisepasskopie. Wieder liefen wir los, machten eine weitere Kopie und rannten zurück. Es war ein wirklich stressiger Akt. Doch am Ende hatten wir alles, konnten Bilder und Fingerabdrücke machen lassen und bekamen zum Schluss nach langen Warten unser Visum in Kartenform.

Die Freude und Erleichterung war natürlich riesig und damit ist es jetzt auch offiziell: Leonie und ich werden ein ganzes Jahr in Mexiko bleiben können.

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