Für uns 11 Freiwillige des Jahrgangs 2023 steht die Reise ins Ausland kurz bevor. Um also unsere Vorbereitungszeit, die bereits im Februar begann, abschließen zu können, trafen wir uns ein letztes Mal vor unserer Entsendung in Nürnberg. Diesmal sollte unser Treffen von Montag 10.7. bis Samstag 15.7. stattfinden. 

Unsere Gruppengemeinschaft hatte sich in den letzten Monaten immer stärker verfestigt und so begann unser Wiedersehen mit einem herzlichen Willkommen. Diesmal lernten wir noch eine neue Freiwillige kennen. Miriam aus Österreich, welche nach Sambia geht, stieß erst in diesem Seminar zu unserer Gruppe dazu.

In den ersten fünf Tagen beschäftigten wir uns mit den Hauptthemen: „Kulturbewusstsein in der globalisierten Welt“, „Prävention von sexualisierter Gewalt“ und „Krisen- und Notfallmanagement“. Das Programm war sehr eng getaktet und ging an fast jedem Tag von 8 Uhr morgens bis 21/22 Uhr, was besonders bei der Hitze etwas anstrengend war. Nichtsdestotrotz habe ich viel aus der letzten Woche mitgenommen und fühle mich viel besser vorbereitet.

Mehrere Gäste kamen uns besuchen, hielten Vorträge und sprachen über eigene Erfahrungen. Damit Themen wie die Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen anschaulicher wurde, wurden konkrete Beispiele besprochen und analysiert. Es war wichtig zu verstehen auf welche kulturellen Unterschiede man stoßen kann und dass unsere Erwartung in verschiedenen Bereichen eventuell nicht erfüllt werden können. Außerdem schauten wir uns Klischees und Vorurteile der Entsendungsländer sowie auch von Deutschland an. Schnell war klar, dass man diese mit großer Vorsicht behandeln muss und seine Aufmerksamkeit während dem FIJ auch auf andere Dinge lenken sollte. Ein weiteres wichtiges Thema war der Postkolonialismus. Es ist erschreckend welche starken Auswirkungen die Koloniezeit auf die betroffenen Länder hat und auch wie sehr sie unser Denken und Handeln beeinflusst.

Besonders hilfreich fand ich auch die einzelnen Phasen eines FIJ (Freiwilliges Internationales Jahr). Wir wurden verstärkt auch auf Tiefpunkte aufmerksam gemacht, die uns wahrscheinlich während dem Jahr begegnen werden. Außerdem versuchte man uns auch gut auf mögliche Krisen vorzubereiten, indem man Szenarien durchsprach und Kontaktdaten weitergab. Wichtig war es das jeder JV wusste, an wen er oder sie sich im Notfall wenden kann.

Jeder Freiwillige hielt zudem eine Präsentation über sein Einsatzland, wodurch man wirklich spannende Fakten und Geschichten über die Länder erfuhr.

Am Freitag Abend luden die Jesuiten Weltweit uns zu einem Grillabend ein. Es gab reichlich leckeres Essen aus verschiedenen Ländern. Nach dem Grillen gab Elias uns ein kleines Konzert auf seinem Cello. Bis es dunkel wurde, saßen wir noch beisammen, erzählten und sangen verschiedene Lieder auf unterschiedlichen Sprachen, die von einer Gitarre begleitet wurden.

Am Samstag wurden dann Familien und Freunde der JVs zur Abschlussfeier eingeladen, welche am Nachmittag mit einem Entsendungsgottesdienst endete.

Das Programm begann für unsere Eltern schon vor der Feier. Bei einem Vortrag lernten sie sich gegenseitig und unsere Referentinnen kennen. Gleichzeitig erfuhren sie mehr über unser bevorstehendes Jahr und unsere Vorbereitungszeit. Anschließend gab es mit allen ein gemeinsames Mittagessen. Es wurde sich viel unterhalten und die Stimmung war toll. Das Wetter war mit seinen 36 Grad sogar schon fast zu gut. Schließlich endete die Abschlussfeier mit einem Gottesdienst, den wir selber mitgestaltet haben.

Die Feier und der Gottesdienst waren meiner Meinung nach ein voller Erfolg. Doch nun führte nichts mehr vorbei an einem großen Abschied. Die meisten von uns werden sich erst wieder beim Nachseminar im September 2024 wiedersehen. Bis dahin müssen wir über WhatsApp und Co in Kontakt bleiben, was durch die ganzen verschiedenen Zeitzonen nicht allzu einfach werden dürfte.

Als Fazit lässt sich sagen: Es war eine weitere sehr schöne Woche unserer Vorbereitungszeit, bei der ich viel gelernt habe. Wir sind zu einer tollen Gruppe zusammengewachsen und nun können wir uns alle auf ein spannendes Jahr freuen.

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